TAREK LEITNER

VORGESTELLTE BÜCHER

MUT ZUR SCHÖNHEIT

 

Streitschrift gegen die Verschandelung Österreichs  Den Zeit-im Bild-Anchorman Tarek Leitner kennen und schätzen wir normalerweise für seine sachliche, objektive Berichterstattung über (welt)politische Ereignisse. In diesem Buch jedoch wirft der Bürger Tarek Leitner einen höchst subjektiven Blick auf seine Umwelt. Und fragt: Was lassen wir uns eigentlich an Hässlichkeiten in unserer Umgebung alles gefallen? Seine These lautet: Im Namen der „Wirtschaftlichkeit“ akzeptieren wir vielfach, dass der Raum, in dem wir unser alltägliches Leben verbringen, verunstaltet wird. Durch Tankstellen und Fastfood-Ketten, Leuchttafeln und Lärmschutzwände, Baumärkte und Autobahnknoten. Alles Dinge, die wir brauchen, keine Frage. Aber bemerken wir überhaupt noch, wie sie uns den Blick verstellen?  Tarek Leitner schärft mit diesem Buch die Wahrnehmung unserer Umgebung und entfacht eine längst fällige Diskussion über unseren achtlosen Umgang mit der Ressource Landschaft. Denn eine schöne Umgebung macht uns glücklicher als eine von Bausünden und Wirtschaftlichkeitsdenken zerstörte Umwelt.

WO LEBEN WIR DENN?

 

Wir haben es in der Hand – und das vergleichsweise leicht – unsere gesamte Lebensumgebung nach unseren Vorstellungen zu gestalten.  Weil es so einfach geworden ist, Gebäude welcher Art auch immer in kürzester Zeit zu errichten, brauchen wir keine überlegte Entscheidung zu treffen. Die Maybe-Gesellschaft geht vom Vielleicht aus: Wir lassen uns im Privaten und im Beruflichen so lange wie möglich alles offen. Das Credo von der Flexibilität überträgt sich auf unsere gebaute Umgebung. Dieser Zustand des Alles-zugleich-haben-wollens-und-das-sofort bildet sich in der Landschaft ab: ungeplant, achtlos, verschwendend - eine Wegwerfarchitektur, die unsere Umgebung schlicht verunstaltet.   Unser Bewusstsein wird nicht zuletzt durch unsere Lebensumgebung geformt. Zeige mir, wie du baust, und ich sage dir, wer du bist, schrieb nicht umsonst schon Christian Morgenstern. Die gebaute Umgebung wirkt auf unseren Charakter, es darf uns daher nicht gleichgültig sein, wie es um uns herum aussieht.  Ohne Sinn für Ästhetik stellen wir die Landschaft zu: Kommerz und Kitsch bestimmen unseren Alltag – auch auf bauliche Weise. Nur wenn wir die Machtfrage stellen, können wir die Schönheit in unserer Lebensumgebung zurückgewinnen: Eine das Leben für alle bereichernde Landschaft muss endlich zur politischen Kategorie werden.

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